Category

Urteile

BGH: „Ostentatives Mitmarschieren“ – Landfriedensbruch

Von | Aktuelles, Strafrecht, Urteile | Keine Kommentare

Strafbarkeit wegen Landfriedensbruchs setzt weder Täterschaft bei der Begehung von Gewalttätigkeiten noch die Zugehörigkeit des Beteiligten zur Menschenmenge zur Zeit der Gewalttätigkeiten voraus. Eine räumliche Distanzierung von der Menschenmenge nach Erbringung von Beihilfehandlungen unmittelbar vor Beginn der Gewalttätigkeiten hebt die Strafbarkeit wegen Landfriedensbruchs nicht auf. BGH, Urteil vom 24.05.2017 – 2 StR 414/16 – NJW 2017, 3456 Relevante Rechtsnormen: § 125 Abs. 1 StGB

Weiter lesen

BGH: Strafnormen als Schutzgesetz und Verbotsirrtum

Von | Aktuelles, Urteile, Zivilrecht | Keine Kommentare

Ist das Schutzgesetz im Sinne von 823 Abs. 2 S. 1 StGB eine Strafnorm, so muss der Vorsatz nach strafrechtlichen Maßstäben beurteilt werden. Dies gilt auch, falls das verletzte Schutzgesetz selbst keine Strafnorm ist, seine Missachtung aber unter Strafe gestellt Führt ein unvermeidbarer Verbotsirrtum gemäß 17 S. 1 StGB zur Schuldlosigkeit, so schließt dies auch eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (Anschluss Senat, Urteile vom 15.05.2012 –…

Weiter lesen

LG Hamburg: Zugang der Betriebskostenabrechnung an Silvester

Von | Aktuelles, Urteile, Zivilrecht | Keine Kommentare

Für Betriebskosten gilt nach § 556 Abs. 3 S. 2 BGB eine Abrechnungsfrist von zwölf Monaten. Es handelt sich um eine Ausschlussfrist. Eine Betriebskostenabrechnung ist keine Willenserklärung, ihr kommt kein rechtsgeschäftlicher Erklärungswert zu.. Sie stellt lediglich einen Rechenvorgang i.S.d. § 259 BGB bzw. eine reine Wissenserklärung dar. Im Hinblick auf einen Zugang nach § 130 BGB (dessen analoge Anwendung auf Betriebskostenabrechnungen offenbleibt, ist zu berücksichtigen, dass auch mit Zustellungen durch…

Weiter lesen

BGH: Fehlende Verwendungseignung als Sachmangel

Von | Aktuelles, Urteile, Zivilrecht | Keine Kommentare

Vertraglich vorausgesetzt im Sinne des § 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 BGB ist die zwar nicht vereinbarte, aber von beiden Vertragsparteien unterstellte Verwendung der Kaufsache, die von der gewöhnlichen Verwendung abweichen kann Die Eignung einer Sache für eine bestimmte Verwendung ist nicht erst zu verneinen, wenn die Tauglichkeit der Kaufsache zu diesem Gebrauch ganz aufgehoben ist, sondern bereits dann, wenn sie lediglich gemindert ist. So ist die Eignung…

Weiter lesen

VGH Mannheim: Ausnahme von Helmpflicht aus Glaubensgründen

Von | Aktuelles, Öffentliches Recht, Urteile | Keine Kommentare

Das der Straßenverkehrsbehörde durch § 46 Abs. 1 S. 1 Nr. 5b Alt. 2 StVO hinsichtlich Befreiungen von der Schutzhelmpflicht des § 21a Abs. 2 S. 1 StVO eingeräumte Ermessen ist nicht bereits deswegen auf Null reduziert, weil einem Kraftradfahrer das Tragen eines Schutzhelms wegen der religiösen Pflicht zum Tragen eines Turbans nicht möglich ist. VGH Mannheim, Urteil vom 29.08.2017 – 10 S 30/16 – DÖV 2017, S. 966 Relevante…

Weiter lesen

LG Köln: Ex-Freundin darf „geschenkten“ Kleinwagen behalten

Von | Aktuelles, Urteile, Zivilrecht | Keine Kommentare

Eine Schenkung unter Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft liegt nur dann vor, wenn die Zuwendung unentgeltlich im Sinne echter Freigiebigkeit erfolgt und nicht an die Erwartung des Fortbestehens der Beziehung geknüpft ist, sondern zur freien Verfügung des Empfängers geleistet wird. Zuwendungen, die der Verwirklichung der Lebensgemeinschaft dienen führen regelmäßig nicht zu einer den Empfänger einseitig begünstigenden und frei disponiblen Bereicherung, sondern sollen der Lebensgemeinschaft und damit auch dem Geber selbst zugutekommen,…

Weiter lesen

OLG Frankfurt: Passant stoppt Flüchtenden – Mitverschulden

Von | Aktuelles, Urteile, Zivilrecht | Keine Kommentare

Das eigene willentliche Verhalten des Geschädigten, das eine Ursache für den Eintritt des Schadens gesetzt hat, ist grundsätzlich nur unter dem Gesichtspunkt des Mitverschuldens (§ 254 Abs. 1 BGB) zu berücksichtigen. Es durchbricht nicht den Kausalzusammenhang. Wer sich einem Flüchtenden freiwillig in den Weg stellt, um diesen aufzuhalten, muss sich ein Mitverschulden entgegenhalten lassen, dessen Höhe von der Schwere der Straftat und den Möglichkeiten eigener Entscheidungserwägungen abhängt. OLG Frankfurt am…

Weiter lesen

LVerfG MV: keine Männer als Gleichstellungsbeauftragte –Ungleichbehandlung

Von | Aktuelles, Öffentliches Recht, Urteile | Keine Kommentare

Die Beschränkung des aktiven und passiven Wahlrechts auf weibliche Beschäftigte durch § 18 Abs. 1 S. 1 MVGlG verstößt nicht gegen das Verbot aus Art. 3 Abs. 2 S. 1 und Abs. 3 S. 1 GG i.V.m. Art. 5 Abs. 3 MVVerf., aus Gründen des Geschlechts benachteiligt zu werden, weil sie durch das Gleichberechtigungsgebot des Art. 3 Abs. 2 GG legitimiert ist. Sie dient ungeachtet der weitestgehend geschlechtsneutralen Formulierung des…

Weiter lesen

OLG Jena: Neuanbringung einer Airbrushlackierung bei Ersatzfahrzeug

Von | Aktuelles, Urteile, Zivilrecht | Keine Kommentare

Bei Totalschaden eines Fahrzeugs mit einer individuellen Lackierung (Airbrushlackierung) kann der Geschädigte Zahlung in Höhe der Umlackierungskosten für ein Ersatzfahrzeug nicht verlangen, wenn der Aufwand für die Umlackierung unverhältnismäßig ist. Der nach § 251 BGB geschuldete Geldersatz ist, weil mangels eines Marktes für vergleichbare gebrauchte Sachen eine Ersatzbeschaffung nicht möglich ist, auf der Grundlage des Anschaffungswertes unter Berücksichtigung von Abschreibungen für die Alterung zu ermitteln. Dabei kommt es auf das…

Weiter lesen