Gedächtnisprotokoll einer echten Klausur zum 1. Staatsexamen – Bayern vom September 2017

Bei dem nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Gedächtnisprotokoll einer echten Klausur vom September 2017 im ersten Staatsexamen in Bayern. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs Juridicus.de.

Die Schilderung des Falles und die Lösung beruhen ausschließlich auf der Wahrnehmung des Prüflings.

Prüfungsfach:  Strafrecht

Gedächnisprotokoll:

Die Klausur im Strafrecht (Bayern) bestand grob aus vier Teilen:

  1. – Abgrenzung Raub / räuberische Erpressung (Geben / Nehmen, innere Willensrichtung)
    – Qualifikationen (Verwenden einer Waffe)
    – Problem: Rechtswidrigkeit der Bereicherungsabsicht, da der Täter einen schuldrechtlichen Anspruch auf die Beute hatte.
  2. – Private Benutzung einer Tankkarte des Arbeitgebers: Computerbetrug (-); Betrug (-); Untreue (-)
    – Problem: Vermögensbetreuungspflicht; Scheck- oder Kreditkartenmissbrauch (-).
  3. – Versuchter Mord durch Unterlassen (Verhungern lassen eines Kleinkinds)
    – Problem: Garantenpflicht unter Geschwistern, die sich eine Wohnung teilen
    – Problem: Abbruch der Kausalkette? (Kind stirbt nicht wie vom Täter vorgestellt durch Verhungern, sondern des plötzlichen Kindstodes).
    – Mordmerkmale: Grausamkeit, Heimtücke
    – Anspruchsvolle Rücktrittsproblematik: Rücktrittshorizont, Irrtum (Möglichkeit eines Rücktritts bei nur vorgestellter Nichtvollendung, umstritten): Das Kind ist verstorben, der Täter ist sich mittlerweile aber am nächsten Morgen unsicher, ruft deswegen aus schlechtem Gewissen den Notarzt.
  4. – Kurze prozessuale Zusatzfrage: Beweisverwertungsverbot (-), Stichwort kriminalistische List.