Protokoll der mündlichen Prüfung zum 1. Staatsexamen – Hessen im Oktober 2018

Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der Mündlichen Prüfung in Hessen im Oktober 2018. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs Juridicus.de.

Weggelassen wurden die Angaben zum Prüferverhalten. Die Schilderung des Falles und die Lösung beruhen ausschließlich auf der Wahrnehmung des Prüflings.

Prüfungsthemen: Strafrecht

Zur Sache:

Prüfungsthemen: Abgrenzung Diebstahl in mittelbarer Täterschaft zu Dreiecksbetrug, Regelbeispiel, Qualifikation Abgrenzung

Paragraphen: §242 StGB, §243 StGB, §244 StGB, §263 StGB

Prüfungsgespräch: Intensivbefragung Einzelner, hart am Fall

Prüfungsgespräch:

Am Anfang der mündlichen Prüfung teilte der Prüfer einen ca. eine Seite langen Sachverhalt aus. Dieser Sachverhalt enthielt drei Tatkomplexe. Während des Lesens sollte man sich bereits inhaltliche Gedanken machen, weil der Prüfer sofort mit der Prüfung beginnt.

Es sollte zunächst ein Überblick über die in Frage kommenden Delikte gegeben werden. Hier empfiehlt sich eine korrekte Zitierung der Delikte, sowohl mit Regelbeispielen, als auch mit Qualifikationen.

Im ersten Tatkomplex ging es um Diebstähle mehrerer Sachen. In diesem Zusammenhang mussten sowohl Regelbeispiele, als auch Qualifikationen geprüft werden. Der Prüfer fragte in diesem Zusammenhang unter anderem worin der Unterschied zwischen einem Regelbeispiel und einer Qualifikation sei. Weiterhin wurde gefragt, ob es auch im Rahmen eines Regelbeispiels eine subjektive Komponente gibt. Des Weiteren sollte geprüft werden, wann ein Beischführen eines gefährlichen Werkzeuges gemäß § 244 I Nr. 1 2. Alt. StGB vorliegt.

Im zweiten Tatkomplex ging es schwerpunktsmäßig um die Abgrenzung zwischen Diebstahl in mittelbarer Täterschaft und Dreiecksbetrug. Es wurde gefragt, warum man diese Abgrenzung vornimmt. Des Weiteren wurden die drei Ansichten erläutert und sich schlussendlich entschieden, welche Ansicht am Überzeugendsten ist.

In diesem Zusammenhang musste noch erläutert werden, dass Diebstahl ein Fremdschädigungsdelikt und der Betrug ein Selbstschädigungsdelikt ist.

Die Prüfung endete mit Erläuterungen zum Vermögensbegriff beim Betrug. Hierbei haben wir die verschiedenen Ansichten zum Vermögensbegriff erläutert, warum es unterschiedliche Definitionen gibt und welcher Ansicht man mit welchem Argument folgen sollte.

Leave a Reply