Repetitorium zum Mobiliarsachenrecht – Lösung Fall 3/3

Fall 3 – Ausgedient – Teil 3

E ist Eigentümer einer braunen Stute. Diese grast tagein tagaus auf einer Weide des E.
D ist bei zahlreichen Spaziergängen aufgefallen, dass auf dieser Weide immer ein Pferd ohne Bewachung steht. Die Weide kann durch ein Gatter betreten werden. Eines Tages entschließt er sich, das Pferd mit sich zu nehmen.
Auf dem nächsten Reiterhof teilt er mit, dass er seinen Bauernhof verkaufen müsse und daher das Tier ebenfalls veräußern wolle. Der gutgläubige K, welcher seiner Tochter gerade den Erwerb eines Pferdes versprochen hat, kauft die Stute für 1.000,00 EURO. Kurze Zeit später stellt sich heraus, dass die Stute bereits trächtig war. Im Stall des K wird nun das Fohlen geboren. Allerdings hat die Stute die Geburt nur schlecht überstanden. Daher verkauft K die Stute für 300,00 EURO an den Pferdemetzger M, welcher Salami aus der Stute herstellt.
Welche Ansprüche hat E?
(Ansprüche gegen D bleiben außer Betracht!)
B. Ansprüche des E gegen K wegen des Fohlens

I. Anspruch es E gegen K auf Herausgabe des Fohlens nach § 985 BGB
E könnte gegen K einen Anspruch gem. § 985 BGB auf Herausgabe des Fohlens haben.

1. Besitz des K
K ist Besitzer des Fohlens

2. Eigentum des E am Fohlen
(vgl. Blatt 39: Fruchterwerb, §§ 953 ff. BGB)

Voraussetzung hierfür ist, dass E Eigentümer des Fohlens ist. Zum Zeitpunkt des Abhandenkommens war die Stute schon trächtig, das Fohlen also im Mutterleib schon vorhanden.
Gemäß § 953 BGB erwirbt der Eigentümer der Hauptsache auch das Eigentum an den abgetrennten Erzeugnissen und Bestandteilen.
E könnte also, da die Stute ihm abhanden gekommen ist und ein gutgläubiger Erwerb des Eigentums durch K insofern nicht möglich war, mit der Geburt auch Eigentümer des Fohlens geworden sein.

Hier gibt es diesen Teil der Falllösung komplett als pdf-Datei:

Fall 3-Ausgedient-Teil 3